Dr. Johann Müller, Augenarzt
I.
In
Deutschland sind offiziell 5,216 Millionen Menschen arbeitslos. Sie werden daher
von mir keine Festrede erwarten. Zur Sache also:
Deutschland
ist sich selber untreu geworden. Wir vernachlässigen schon lange das
Erfolgsrezept, das der Bundesrepublik Deutschland nach dem Krieg Zuversicht und
Wohlstand, Stabilität und Ansehen gebracht hat. Es gab Zeiten, da sprach noch
niemand von Globalisierung, aber der VW Käfer lief in aller Welt - und lief und
lief und lief. Damals galt in der Bundesrepublik eine Ordnung, die Leistung
ermutigte und sozialen Fortschritt brachte.
Diese
Ordnung ist im Niedergang, weil immer neue Eingriffe sie schleichend zersetzt
haben, selbst wenn sie gut gemeint waren. Seit Jahrzehnten fallen Bundes- und
Landesregierungen und nicht zuletzt Brüssel immer neue Auflagen und
Regulierungen für die Wirtschaft ein, Wirtschafts- und Sozialverbände haben
das ihre dazu getan, die Tarifpartner schlossen Verträge zu Lasten von Dritten,
und die Bürger ließen sich gern immer neue Wohltaten versprechen und Geschenke
machen. Deshalb ist die Arbeitslosigkeit über Jahrzehnte immer weiter
gestiegen. Deshalb machen hohe Abgaben Arbeit teuer und können doch nicht
verhindern, dass unseren Sozialsystemen der Kollaps droht. Deshalb ist die
Massenarbeitslosigkeit auch kein konjunkturelles, sondern vorwiegend ein
strukturelles Problem. Das alles spiegelt sich auch im Stand der Schulden und künftigen
Lasten wider. Der aktuelle Schuldenstand (1,4 Billionen Euro) und die
Anwartschaften in den Sozialversicherungen (5,7 Billionen) belaufen sich auf
insgesamt 7,1 Billionen Euro. Das entspricht 330 Prozent des
Bruttoinlandsprodukts. Machen wir uns wirklich klar, welche Erblast das für
unsere Kinder und Enkel bedeutet?
Vor
50 Jahren hat Ludwig Erhard gesagt: "Erst auf dem Boden einer gesunden
Wirtschaft kann die Gesellschaft ihre eigentlichen Ziele erfüllen." Das
gilt heute mehr denn je. Und die Welt bleibt nicht stehen. Demokratie und
Marktwirtschaft setzen sich immer weiter durch. Wir freuen uns darüber. Es
bedeutet freilich einen neuen globalen Wettbewerb um Arbeit und Wohlstand.
Zugleich werden wir unerbittlich mit den Folgen des Geburtenrückgangs
konfrontiert. Beides zusammen stellt unsere ganze Wirtschafts- und Sozialordnung
auf den Prüfstand - ob wir wollen oder nicht. Wir haben eine gewaltige Aufgabe
für gestaltende Politik vor uns.
II.
Es
sind dicke Reformbretter, die wir bohren müssen. Ein mutiger Anfang ist mit der
Agenda 2010 gemacht. Er wird eine positive Wirkung entfalten. Doch wir müssen
unseren Menschen ehrlich sagen, dass wir es damit noch nicht geschafft haben.
Wir brauchen einen modernen Sozialstaat, der mit einer nachhaltigen öffentlichen
Finanzwirtschaft vereinbar ist. Wir brauchen ein effizientes Steuersystem, das
Leistung belohnt, aber auch dem Staat gibt, was des Staates ist. Wir brauchen
einen nationalen Aufbruch für Bildung, Forschung und Familie, der unserer
Gesellschaft Zukunftsglauben und Zusammenhalt gibt. Und wir brauchen die
Modernisierung der bundesstaatlichen Ordnung, um die Reformfähigkeit unseres
Landes zu stärken.
Das
alles erfordert Zeit - über Legislaturperioden hinweg. Taktische Reformpausen
wegen Wahlterminen oder einen Zickzack-Kurs können wir uns nicht leisten. Der
Schlüssel zum Vertrauen der Bürger sind Wahrhaftigkeit und Stetigkeit,
Stimmigkeit und Berechenbarkeit der Politik. Ich begrüße, dass sich Regierung
und Opposition in dieser Woche zusammensetzen. Aktionismus hilft nicht. Gefragt
sind weitere nachhaltige Maßnahmen gegen die Arbeitslosigkeit. Ich wünsche
mir, dass auch die Grundlinien einer umfassenden Erneuerung von Wirtschaft und
Gesellschaft besprochen werden. Regierung und Opposition stehen in patriotischer
Verantwortung.
III.
Ich
bin zutiefst davon überzeugt, dass die nötige Energie, Kreativität und
Solidarität in uns stecken. Ich glaube daran, dass die meisten Menschen ihr Glück
nach ihren eigenen Vorstellungen machen wollen. Dieser Wille ist gut. Er braucht
Freiheit, damit er sich entfalten kann. Und indem er sich entfaltet, bindet er
sich auch. Er braucht eine Ordnung, die diese Verantwortung für sich und andere
fördert und belohnt. Diese Ordnung der Freiheit sollte uns leiten. Das verlangt
eine Rückbesinnung auf Ordnungspolitik.
Die
Ordnung der Freiheit bedeutet: Die Bürger beauftragen den Staat, die
Spielregeln zu setzen. Aber das Spiel machen die Bürger. Die Regeln lauten:
Privateigentum und Vertragsfreiheit, Wettbewerb und offene Märkte, freie
Preisbildung und ein stabiles Geldwesen, eine Sicherung vor den großen
Lebensrisiken für jeden und Haftung aller für ihr Tun und Lassen. Der moderne
Sozialstaat schützt vor Not; aber er gaukelt nicht vor, dem Einzelnen den
einmal erreichten Lebensstandard garantieren zu können.
Auf
diese Regeln muss Verlass sein. Die Bürger müssen wissen, was auf sie zukommt.
Ohne Verlässlichkeit kein Vertrauen. Ohne Vertrauen kein Aufschwung.
IV.
Ich
habe in den vergangenen Monaten viele Briefe von Bürgerinnen und Bürgern
bekommen, die mir verzweifelt von ihrer Suche nach einem Arbeitsplatz berichten.
Diese Menschen wollen arbeiten. Angesichts der Lage auf dem Arbeitsmarkt
brauchen wir in Deutschland jetzt eine politische Vorfahrtsregel für Arbeit.
Was der Schaffung und Sicherung wettbewerbsfähiger Arbeitsplätze dient, muss
getan werden. Was dem entgegensteht, muss unterlassen werden. Was anderen Zielen
dient, und seien sie noch so wünschenswert, ist nachrangig. Eine solche
Grundeinstellung wünsche ich mir von allen, die politische Verantwortung
tragen. Dabei müssen wir wissen, dass wir die Massenarbeitslosigkeit nicht
schnell überwinden können. Aber wenn die Vorfahrtsregel wirklich beherzigt
wird, dann können die Arbeitslosenzahlen bald wieder sinken. Und zwar
dauerhaft.
Die
Gewerkschaften haben in den letzten Jahren Lohnzurückhaltung geübt. Damit
haben sie einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit
geleistet. Das verdient Anerkennung. Dieser Pfad muss fortgesetzt werden. Aber
wir sind bei dem Kernproblem, den zu hohen Lohnnebenkosten, noch nicht wirklich
weitergekommen. Sie haben Arbeit in Deutschland so teuer gemacht, dass viele
Menschen kaum noch eine Chance auf einen Arbeitsplatz haben. Wissenschaftliche
Studien belegen, dass eine Senkung der Sozialbeiträge nachhaltig zu neuen
Arbeitsplätzen führt. Am wirkungsvollsten wäre es, die Kosten der sozialen
Sicherung völlig vom Arbeitsverhältnis abzukoppeln.
Die
Lohnkosten sind nicht nur wegen der hohen Sozialabgaben so hoch. Mehr als die Hälfte
der Lohnnebenkosten beruht auf Tarifverträgen. Zu lange wurden solche Verträge
zu Lasten Dritter abgeschlossen - zu Lasten der Arbeitslosen und der
Steuerzahler. Und die Arbeitgeberverbände saßen dabei immer mit am Tisch.
Die
hohen Lohnnebenkosten sind gerade für die Geringqualifizierten eine unüberwindbare
Barriere, einen neuen Arbeitsplatz zu finden. Ich glaube, dass wir das
Instrument der Lohnkostenzuschüsse noch nicht ausreichend genutzt haben. Ich
weiß, die bisherigen zaghaften Versuche haben nicht die gewünschten Erfolge
gebracht. Davon sollten wir uns aber nicht entmutigen lassen, sondern in diesem
schwierigen Bereich des Arbeitsmarktes weiter nach Lösungen suchen. Vorschläge
hierzu - von der "aktivierenden Sozialhilfe" bis zur "Magdeburger
Alternative" - liegen vor. Ich ermutige die Arbeitsmarktpolitiker, diese
Modelle zu erproben.
Mittlerweile
ist anerkannt, dass es zur Sicherung von Beschäftigung vor allem auf Flexibilität
ankommt. In dieser Hinsicht hat sich viel getan. Die "atmenden
Fabriken" in der Automobilindustrie zum Beispiel zeigen, wie mit
intelligenten Arbeitszeitmodellen die Stundenzahl der Nachfrage angepasst werden
kann. Solche und andere betriebliche Beschäftigungsbündnisse sorgen für
Flexibilität. Darum ist es wichtig, ihren Abschluss zu erleichtern - sei es nun
tarifvertraglich oder gesetzlich. Das sichert und schafft Arbeitsplätze und
zieht Investoren an.
Und
noch etwas: Von den Menschen über 55 haben in Deutschland nur noch 40 Prozent
einen Arbeitsplatz, in der Schweiz dagegen sind es fast 70 Prozent. Das kann
nicht an den Menschen liegen, denn so verschieden sind Deutsche und Schweizer
nun wirklich nicht. Wir können es uns nicht leisten, auf das Wissen und die
Erfahrung der Älteren zu verzichten. Es gibt darum insgesamt nur einen vernünftigen
Weg: Alle Regelungen für den Arbeitsmarkt, ob gesetzlich oder tariflich, müssen
darauf überprüft werden, ob sie Beschäftigung fördern.
V.
Um
Wachstum und Beschäftigung nachhaltig zu stärken, brauchen wir auch eine
umfassende Steuerreform. Das deutsche Steuersystem ist kompliziert und unübersichtlich.
Im aktuellen Länderranking des World Economic Forum belegt es in Sachen
Effizienz bei 104 untersuchten Ländern Platz 104. Wir sind in diesem Bereich
nicht wettbewerbsfähig. Unser Steuersystem schreckt ab - vor allem Investoren.
Es muss von Grund auf überholt werden mit dem Ziel, die Steuersätze zu senken
und die Bemessungsgrundlage zu verbreitern. Es gibt genug Erfahrungen, dass sich
dadurch die Einnahmesituation des Staates sogar verbessert. Und selbstverständlich
braucht der Staat solide Einnahmen.
Unser
Staat hat europaweit vor allem die höchsten Unternehmensteuersätze. Zugleich
erzielt Deutschland mit diesen Unternehmensteuersätzen im Verhältnis zum
Bruttoinlandsprodukt europaweit mit die niedrigsten Einnahmen. Das liegt daran,
dass die Großen und die Findigen mit Billigung des Gesetzgebers wenig Steuern
zahlen, während die kleinen und mittleren Unternehmer die volle Last zu tragen
haben. Diese Betriebe leiden obendrein besonders unter dem bürokratischen
Aufwand der Steuerermittlung, zumal sich unser Steuerrecht ständig ändert. Ich
halte es deshalb für richtig, im Vorgriff auf eine umfassende Steuerreform mit
einer Verbesserung der Unternehmensbesteuerung zu beginnen.
Politischen
Mut und Hartnäckigkeit brauchen wir aber auch beim Abbau von Subventionen.
Viele Studien zeigen, dass hier große Spielräume bestehen. Jüngst hat der
Managerkreis der Friedrich-Ebert-Stiftung das Einsparpotential auf rund 4
Prozent des Bruttoinlandsproduktes beziffert. Eine große Reform unseres Steuer-
und Sozialsystems muss an Finanzierungsfragen nicht scheitern.
VI.
Wo
immer ich hinkomme, berichten mir Unternehmer, dass die Bürokratie ungezählte
Arbeitsplätze kostet. Jemand hat ausgerechnet, dass ein Mittelständler rund
230 Stunden im Jahr nur für Behörden und Statistiken arbeitet. Das heißt:
Jedes Jahr geht ihm dadurch betriebswirtschaftlich betrachtet ein ganzer Monat
verloren!
Der
Bund, die Länder und die Europäische Union sollten endlich den Satz von
Montesquieu beherzigen: "Wenn es nicht notwendig ist, ein Gesetz zu
erlassen, dann ist es notwendig, kein Gesetz zu erlassen."
Vielleicht
kann es helfen, wenn unabhängige Experten außerhalb der Politik jeden
Gesetzentwurf vor der parlamentarischen Beratung daraufhin bewerten, ob er Beschäftigung
fördert oder sie hemmt. In jedem Fall sollten alle Anstrengungen unternommen
werden, um den Bürokratieabbau endlich wirksam voranzutreiben.
Der
Kampf gegen die Bürokratie richtet sich nicht allein gegen Behörden. Oft steht
der Gegner in den Reihen derer, die eigentlich vom Bürokratieabbau profitieren
sollten. Kenner der Verfahren sagen, dass der Einfluss der Wirtschaftsverbände
auf die Gesetzgebung eine der Hauptursachen für komplizierte und unverständliche
Gesetze ist. Es kehre also jeder vor seiner eigenen Tür.
VII.
Niedrigere
Arbeitskosten, ein flexibler Arbeitsmarkt, ein vernünftiges Steuersystem und
deutlich weniger Bürokratie: All das wird uns helfen, unsere Wettbewerbsfähigkeit
weiter zu verbessern. Aber gerade weil wir das Lohnniveau in Deutschland nicht
auf das von Polen oder China absenken wollen und können, braucht eine Strategie
für mehr Arbeit in Deutschland noch ein zweites Standbein, und das sind
Innovationen. Dafür sind Bildung, Wissenschaft und Forschung der Schlüssel.
Ein
Land der Ideen habe ich es genannt - andere nennen es Wissensgesellschaft: Nur
mit ständig erneuertem Wissen, das wir schnell in Entwicklung und Produktion
umsetzen, werden wir uns in der Welt der Globalisierung behaupten. Wir müssen
um so viel besser sein, wie wir teurer sind. Wir brauchen Lehrer, die darauf
brennen, ihren Schülern etwas beizubringen - und Schüler, die sich begeistern
lassen. Wir brauchen Eltern, die ihre Kinder zur Wissbegierde erziehen und auch
einmal verstehen, wenn nach dem Experimentieren der Teppich ein Loch hat. Wir
brauchen Ausbilder, die Freude daran wecken, ein Handwerk wirklich zu
beherrschen. So kommen solides Wissen und kritisches Denken, Neugier und
Experimentierfreude in die Welt.
Dafür
liefert unser Bildungssystem heute nicht mehr die Grundlage. Fast 9 Prozent
aller Schülerinnen und Schüler - das sind jährlich rund 85.000 - bleiben ohne
Abschluss. Unternehmer klagen darüber, dass immer mehr Bewerber nicht richtig
rechnen und schreiben können. Unsere Schulen und Universitäten sind im
internationalen Vergleich bloß noch Mittelmaß. Wie lange wollen wir noch
zusehen?
Dabei
gibt es doch über die nötigen Änderungen im Bildungsbereich wachsende
Einigkeit: früheres Lernen, mehr individuelle Förderung, vergleichbare und
international anerkannte Bildungsstandards, mehr Wettbewerb und Autonomie der
einzelnen Schulen und Universitäten, Förderung in der Breite und an der
Spitze, lebenslanges Lernen. Umso unverständlicher ist der fortwährende
Kompetenzstreit in Fragen von Bildung, Wissenschaft und Forschung zwischen Bund
und Ländern. Und erst recht kann mir niemand begreiflich machen, dass an
diesem Streit die Föderalismusreform scheitern soll. Unser Land braucht bei
Bildung, Wissenschaft und Forschung keine Querelen, sondern rasches Handeln.
VIII.
Deutschland
hat sich vorgenommen, dass Staat und Wirtschaft spätestens ab dem Jahr 2010
insgesamt drei Prozent des Bruttosozialproduktes für Forschung und Entwicklung
ausgeben. Wie ich höre, ist sehr zweifelhaft, ob dieses Ziel erreicht wird. Das
ist ein Alarmsignal, denn im Grunde brauchen wir deutlich mehr als diese drei
Prozent, und das möglichst rasch. Stattdessen fallen wir ausgerechnet im
Bereich Forschung und Entwicklung zurück. Die Ausgaben der öffentlichen Hand
sinken, und die der deutschen Wirtschaft stagnieren. 1991 standen wir im
internationalen Vergleich auf Platz drei. Heute sind wir auf Platz acht. Das
muss doch für die Politik dringender Anlass sein, ihre Prioritäten zu überprüfen.
Sie muss auch die Rahmenbedingungen für die Innovationstätigkeit insbesondere
im Mittelstand - vom Risikokapital bis zu den Genehmigungsbedingungen - neu
bewerten, damit wirklich alles für die Schaffung von Arbeitsplätzen geschieht.
Aber
auch die Unternehmer müssen sich hier viel mehr anstrengen. Wir alle kennen
Unternehmen, die dank unermüdlicher Innovation in ihren Branchen Technologie-
und Marktführer sind. Aber es gibt zu wenige davon. An die Spitze kommt man
nicht im Schlafwagen. Erfolgreiche Unternehmer suchen den Wettbewerb und wollen
auch international die Besten sein. Sie wissen: Innovationen sind ihr Lebens-,
ja Überlebenselixier.
Aber
immer noch bringen es hierzulande zu wenige gute Ideen bis zur Marktreife. Nur
jedes zehnte Patent wird tatsächlich genutzt. Das ist nicht allein eine Folge
schlechter Rahmenbedingungen. Offenbar versandet so manches auch in den
Unternehmen. Wenn sich das ändern soll, muss Innovation uns begeistern, und
diese Begeisterung muss das ganze Unternehmen erfassen, von der Chefetage bis in
die Werkshalle. So hat es Thomas Alva Edison schon vor hundert Jahren gefordert:
"Erfindet alle zehn Tage eine kleine Sache - und alle sechs Monate ein großes
Ding."
IX.
Ich
sage das nicht, um Unternehmerschelte zu betreiben. Ich sage es, weil es mir um
die Hauptaufgabe von Unternehmen und Betrieben geht, und die ist: am Markt
erfolgreich zu sein und Gewinne zu machen. Das verdient immer wieder klar gesagt
zu werden. In Deutschland gilt es zuweilen als moralisch verdächtig, Gewinn zu
machen. Das ist falsch. Wer als ordentlicher Unternehmer Gewinne erzielt, der
hat andere von seiner Leistung überzeugt und ihnen geholfen. Und nur wer
Gewinne erwirtschaftet, kann den Fortbestand seines Unternehmens durch
Investitionen sichern, seine Mitarbeiter weiterbeschäftigen und zusätzliche
Arbeitsplätze schaffen.
Gerade
erfolgreiche Unternehmer wissen, wie wichtig ein offenes Betriebsklima und ein
partnerschaftlicher Umgang mit den Mitarbeitern sind. Wer auf das private Umfeld
seiner Mitarbeiter achtet und ein familienfreundliches Klima schafft, der fördert
Engagement und Loyalität, und auch das zahlt sich aus.
Manche
Unternehmen machen stattliche Gewinne, investieren aber nicht, weil sie zu wenig
Vertrauen in den Standort Deutschland haben. Denen sage ich: Ihr solltet die Stärken
dieses Standorts nicht gering schätzen. Und was seine Schwächen angeht: An
denen arbeitet Deutschland.
X.
Vertrauen
wir also auf unser Land und arbeiten wir alle an dem großen Reformwerk mit. Wir
haben das Zeug dazu, die Ordnung der Freiheit gemeinsam wieder aufzubauen. Wir
schaffen es, wenn jeder mitmacht. Ich spüre überall: Die Menschen sind bereit,
mitzuziehen.
John
F. Kennedy hat oft Cape Canaveral besucht. Es
wird erzählt, er habe dabei einmal einen Arbeiter angesprochen, der gerade eine
Halle fegte. "Was ist Ihr Job?", fragte er ihn. Der Arbeiter
antwortete: "Einen Menschen auf den Mond bringen, Mr. President".
Mancher mag darüber lächeln. Mich beeindruckt die Kraft, die hinter dieser
Antwort steckt.
zurück zur Homepage
zuletzt bearbeitet - last updated: 18.03.05