Praxis Dres. Kresse & Müller, Augenärzte
Glaukom
Glaukom oder Grüner Star
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Bild
mit freundlicher Genehmigung aus |
Was ist ein Glaukom?
In den Deutschland ist das Glaukom eine der Hauptursachen für Blindheit, besonders bei
älteren Menschen. Der Verlust der
Sehkraft kann jedoch vermieden werden, wenn das Leiden früh genug behandelt
wird.
Das Glaukom ist eine Krankheit des Sehnervs. Der Sehnerv überträgt die Bilder,
die wir sehen, zum Gehirn. Der wichtigste Faktor ist ein erhöhter
Augeninnendruck; normalerweise ist der Augeninnendruck 11-22 mmHg. Je höher der
Augendruck, desto größer die Gefahr, daß der Sehnerv geschädigt wird.
Der Sehnerv gleicht einem elektrischen Kabel, das eine riesige Anzahl von Drähten
enthält. Das Glaukom kann diese Nervenfasern schädigen und das führt zu
Gesichtsfelddefekten.
Vielfach bemerken Patienten diese Gesichtsfeldeinschränkungen nicht, bis der
Sehnerv schon stark geschädigt ist. Wenn der ganze Nerv zerstört ist, ist
Blindheit die
Folge .
Eine frühzeitige Erkennung und Behandlung durch Ihren Augenfacharzt sind die
beiden wesentlichen Faktoren, eine Schädigung des Sehnervs und durch das
Glaukom verursachte Blindheit zu verhindern.
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Wodurch wird ein Glaukom verursacht?
Eine klare Flüssigkeit,
genannt Kammerwasser, wird vom Strahlenkörper (Ciliarkörper) gebildet und über
den Kammerwinkel (Trabekelwerk) aus dem Auge herausgefiltert. Diese Flüssigkeit
ist nicht Teil der Tränen auf der äußeren Oberfläche des Auges. Man kann
sich den Kammerwasserfluß im Auge wie ein Waschbecken vorstellen, bei dem der
Wasserhahn immer angestellt ist.
Wenn das "Abflußrohr" verstopft wird, sammelt sich Wasser im
Waschbecken und es bildet sich Druck (Augeninnendruck). Wenn der Abfluß des
Auges, d.h. der Kammerwinkel (Trabekelwerk), blockiert ist, kann sich der Flüssigkeitsdruck
im inneren Auge u.U. so verstärken, daß der Augendruck auf Werte über 30mmHg
steigen und der Sehnerv geschädigt werden kann.
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Bilder
mit freundlicher Genehmigung aus Glaukom-Atlas, Pharmacia&Upjohn |
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Welche verschiedenen Arten von Glaukomen gibt es?
Chronisches Offenwinkelglaukom: Das primär chronische Offenwinkelglaukom ist die häufigste Art Glaukom und tritt bei entsprechend disponierten Menschen (Familienvorgeschichte!) typischerweise zwischen 40 und 60 Jahren auf. Das "Abflußrohr" oder der Kammerwinkel (Trabekelwerk) des Auges wird mit der Zeit weniger leistungsfähig und der Druck im Auge wird allmählich stärker (23-35 mmHg). Wenn dieser verstärkte Druck eine Schädigung des Sehnervs zur Folge hat, nennt man das ein chronisches Weitwinkelglaukom. Ein Großteil der erwachsenen Glaukompatienten haben diese Art Glaukom. Das primär chronische Offenwinkelglaukom kann das Gesichtsfeld einengen und dadurch die Sehkraft allmählich und schmerzlos verringern; der Patient ist sich keiner Probleme bewußt, bis der Sehnerv bereits stark geschädigt ist.
Normaldruckglaukom: Bei dieser Glaukomform ist der Augeninnendruck im
normalen Bereich, das heißt unter 23 mmHg, und trotzdem treten Schädigungen am
Sehnerven auf. Die Ursache dieser Glaukomform ist noch unklar.
Man vermutet, daß Durchblutungsstörungen im Bereich der Netzhaut und des
Sehnerven ursächlich beteiligt sind; wichtig scheint dabei ein nächtliches
Absinken des Blutdrucks zu sein. Ähnlich zum chronischen
Offenwinkelglaukom engt das Normaldruckglaukom das Gesichtsfeld ein und
schädigt die
Sehkraft allmählich und schmerzlos, ohne daß jemals erhöhte
Augeninnendruckwerte gemessen werden.
Winkelblockglaukom: Durch Besonderheiten der Bauform mancher Augen
bedingt, kann der Kammerwinkel (das Abflusssystem) des
Auges plötzlich vollständig blockiert werden. Dies geschieht durch eine
plötzliche Pupillenerweiterung, z.B. durch Schreck, in der Nacht oder durch den
Effekt von bestimmten Medikamenten. Dabei ist es so, als ob ein Blatt Papier, das in
der Nähe eines Abflussrohrs herumschwimmt, sich plötzlich vor die Öffnung
legt und den Abfluss aus dem Waschbecken blockiert. Die Iris oder Regenbogenhaut
kann im Auge wie ein Blatt Papier fungieren, das den Kammerwinkel (Trabekelwerk)
verschließt. Wenn sich der Augendruck rapide verstärkt, nennt man das ein
akutes Winkelblockglaukom. Die Augeninnendruckwerte können auf bis zu 45 mmHg
ansteigen. Die Symptome sind u.a.:
Wenn Sie eines dieser Symptome haben, rufen Sie sofort Ihren Facharzt für Augenkrankheiten an. Wenn ein Augenarzt ein akutes Winkelblockglaukom nicht schnell behandelt, kann das zur Erblindung führen.
Wie wird ein Glaukom festgestellt?
Regelmäßige Untersuchungen der Augen
durch Ihren Facharzt für Augenkrankheiten sind die beste Weise, um ein Glaukom
festzustellen. Ihr Augenarzt kann ein Glaukom feststellen und behandeln.
Im Zuge einer umfassenden und schmerzlosen Untersuchung führt Ihr Augenarzt
folgende Schritte durch:
Einige dieser Untersuchungen sind möglicherweise
nicht bei jedem Patienten erforderlich. Die Untersuchungen müssen u.U. regelmäßig
wiederholt werden, um festzustellen, ob die glaukombedingte Schädigung mit der
Zeit zunimmt.
Messung des intraokularen Drucks (Tonometrie):
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Der Augeninnendruck gehört zu den Körperkonstanten wie Temperatur, Puls oder Blutdruck. Ein Augeninnendruck unter 23 mmHg gilt als normal. |
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Gesichtsfeld mit beginnenden Defekten:
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die Sehnervenscheibe (Papille) wird durch einen langdauernd erhöhten Augeninnendruck ausgehöhlt (der hellere Anteil im Bild oben); dies ist ein wichtiges Zeichen für das Fortschreiten der Erkrankung |
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Im Zentrum des
Gesichtfeldes liegt der Punkt des schärfsten Sehens und damit die höchste
Lichtempfindlichkeit. Die dunkle Flächen stellen Gesichtfeldausfälle
dar, sie nehmen beim unbehandelten Glaukom zu. |
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Bei wem besteht die Gefahr eines Glaukoms?
Ein hoher Druck allein bedeutet noch nicht,
daß Sie ein Glaukom haben. Bei der Bestimmung, ob bei Ihnen die Gefahr eines
Glaukoms besteht, zieht Ihr Augenarzt viele verschiedene Faktoren in Betracht.
Die wichtigsten Risikofaktoren sind:
Der Augenarzt wägt all diese Faktoren ab, bevor
er entscheidet, ob ein Glaukom zu behandeln ist oder ob lediglich weiter überwacht werden
sollten. Dabei wird überprüft, ob die Gefahr der Glaukombildung bei Ihnen größer
als normal ist und ob Sie regelmäßig untersucht werden müssen, damit die Frühzeichen
einer Schädigung des Sehnervs festgestellt werden können.
Wie wird das Glaukom behandelt?
Eine Schädigung des Sehnerven durch ein
Glaukom ist in der Regel nicht umkehrbar. Mit Augentropfen, Tabletten, Laser und
chirurgische Eingriffe wird eine weitere Schädigung verhindert oder
verlangsamt.
Bei allen Arten Glaukom sind periodische Untersuchungen sehr wichtig, um einen
Verlust der Sehkraft zu verhindern. Weil sich ein Glaukom verschlechtern kann,
ohne daß Sie es merken, muß Ihre Behandlung u.U. gelegentlich geändert
werden.
Medikamente
Ein Glaukom wird normalerweise mit
Augentropfen behandelt, die ein- oder mehrmals am Tag genommen und manchmal mit Tabletten
(Carboanhydrase-Hemmer, z.B. Diamox, Glaupax) kombiniert werden. Diese
Medikamente erniedrigen den Augendruck, entweder indem sie die Produktion der wässrigen
Flüssigkeit im Auge (Kammerwasser) verringern oder deren Abfluss durch den
Kammerwinkel (Trabekelwerk) verbessern.
Damit diese Medikamente erfolgreich sind, müssen sie regelmäßig und ohne
Unterbrechung eingenommen werden. Außerdem ist es wichtig, daß Sie all Ihre
behandelnden Ärzte über die Augenmedikamente informieren, die Sie nehmen. Im
Falle der Anwendung der genannten Tabletten sollte regelmäßig (anfangs alle 3,
später alle 6 Monate) eine Untersuchung des Blutbilds erfolgen.
Glaukommedikamente können, wie alle anderen Arzneimittel auch, Nebenwirkungen haben. Benachrichtigen Sie Ihren
Augenarzt sofort, wenn Sie den Verdacht haben, daß bei Ihnen solche Nebeneffekte
auftreten.
Manche Augentropfen können beispielsweise folgende Nebenwirkungen haben:
Tabletten (Carboanhydrase-Hemmer, z.B. Diamox, Glaupax) rufen gelegentlich folgende Nebenwirkungen hervor:
Diese Effekte sind größtenteils auf eine zu starke Erniedrigung des Kaliums im Blut zurückzuführen und können durch entsprechenden Ersatz (Obst und Gemüse, vor allem Aprikosen und Bananen) vermieden werden.
Laserchirurgie
Eine Behandlung durch Laserchirurgie kann bei
verschiedenen Arten Glaukom wirkungsvoll sein. Ein Laser wird normalerweise auf
zwei verschiedene Weisen angewendet.
Beim Offenwinkelglaukom wird das Trabekelwerk im Kammerwinkel direkt behandelt.
Dabei wird der Kammerwasserabfluss unter Verwendung des Lasers verbessert (Laser-Trabekuloplastik),
damit der Augendruck niedriger wird. Der Effekt dieser Behandlung hängt sehr
von der Pigmentierung dieses Trabekelwerks ab, deshalb kann die Entscheidung zu
dieser Behandlung nur individuell von Ihrem Augenarzt getroffen werden.
Beim akuten oder chronischen Winkelblockglaukom macht der Laser eine kleine Öffnung
in die Iris (Iridotomie), damit der Fluss der Kammerwasserflüssigkeit zum
Trabekelwerk verbessert wird.
Schema einer Laser Behandlung des Kammerwinkels zur Senkung des intraokulären Druckes
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Mit Hilfe des Laserstrahles werden in das Trabekelmaschenwerk kleine Herde gebrannt. |
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Operation
Wenn eine Operation zur Bekämpfung des Glaukoms
nötig ist, benutzt Ihr Augenarzt Miniaturinstrumente, um einen neuen Abflusskanal
für die Kammerwasserflüssigkeit aus dem Auge zu schaffen. Der neue Abflusskanal
hilft, den Augendruck zu verringern.
Ernste Komplikationen sind bei modernen Glaukomoperationen selten. Es können
jedoch, wie bei allen Operationen, auch hier Komplikationen auftreten. Eine
Sehverbesserung ist dabei natürlich nicht zu erwarten, gelegentlich kann sogar
eine spätere mäßige Sehverschlechterung durch eine Linsentrübung beobachtet werden.
Eine Operation ist deshalb nur dann zu empfehlen, wenn Ihr Augenarzt es für
besser hält zu operieren, anstatt eine weitere Schädigung des Sehnervs zu
riskieren.
Schema einer Filter-Operation zur Senkung des intraokulären Druckes
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Durch eine kleine Öffnung in der Lederhaut kann das Kammerwasser unter die Bindehaut abfließen. |
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Was ist Ihre Aufgabe bei der Behandlung?
Zur Behandlung eines Glaukoms ist ein
"Team" nötig, das aus Ihnen und Ihrem Arzt besteht. Ihr Augenarzt
kann Medikamente für das Glaukom verschreiben, aber nur Sie allein können Ihre
Augentropfen oder Tabletten nehmen.
Hören Sie niemals auf, die verschriebenen Augentropfen anzuwenden oder die
Medikamente einzunehmen. Ändern Sie nie die antiglaukomatöse Therapie, ohne
dies zuerst mit Ihrem Augenarzt zu besprechen. Häufige Augenuntersuchungen und
Tests sind zur Überwachung Ihrer Augen und zur Feststellung von Veränderungen
von wichtiger Bedeutung. Denken Sie daran, es geht um Ihr Sehvermögen, und Sie
müssen Ihren Teil tun, damit es erhalten bleibt.
Der Verlust der Sehkraft ist zu verhindern
Regelmäßige Augenuntersuchungen können dazu beitragen, unnötigen Verlust der Sehkraft zu vermeiden. Untersuchungen sollten wie folgt stattfinden:
Alle 2 Jahre
Jedes Jahr
bearbeitet nach einer Vorlage von www.onjoph.com
© Dr.Johann Müller, Tempelhofer Damm 179, 12099 Berlin
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zuletzt bearbeitet - last updated: 10.03.02