Dr. Johann Müller - Augenarzt & Homöopath...

 

Fallbeschreibung: Hornhautgeschwür mit Eiterbildung


(Ulcus corneae mit Hypopyon)

eine Erkrankung, bei der ich sicher nicht primär eine homöopathische Behandlung erwägen würde. Durch den Verlauf dazu gezwungen, war ich selbst vom Effekt überrascht.

 

Verlauf:

Patient R.K., männlich, *1911;

Vorerkrankung: Glaukom; Behandlung mit Timomann Augentr.

16.5.97 Ulcus corneae rechts, seit ? bestehend (anamnestische Angaben unzuverlässig)

Bindehautabstrich rechts

Polyspectran Augentropfen

20.5. Ulcus unverändert, jetzt auch Hypopyon, mit Sanguis tingiert, Fibrin präpupillär

Klinikeinweisung

22.5.  tel. mit der diensthabenden Kollegin: Herr K. kam erst am 21.5., hatte dann eine Infusion mit einem Cephalosporin bekommen, ist danach aus der Klinik entwichen;

23.5. Ulcus oberflächlicher, Hypopyon kaum kleiner, kein Sanguis

Allg.: liebenswürdiger, doch sehr eigenwilliger, alter Mann; deutliche Besserung durch Wärme;

Hepar sulphuris C30

Floxal AT 4x

Pima-Biciron 2x

Boroscopol 2x

26.5. Ulcus idem, Hypopyon resorbiert

27.5. hat anscheinend die ganze Zeit nur Timomann getropft!?

30.5. Ulcus flacher,HH-Endothelpräz.,umschriebenes EÖ

3.6. Ulcus idem,Präzipitate ++

Mikrobio: Klebsiella pneumoniae

Resistogramm vorhanden

9.6. Weitserie: hint. Synechien

noch mäßiger VK-Reizzustand

Mydrial-Atropin Augensalbe

16.6. Ulcus völlig gedeckt

 


Zusammenfassung und Kommentar: Durch die Unzuverlässigkeit der Medikamentenanwendung bedingt, habe ich in diesem Fall unbeabsichtigt eine im wesentlichen rein homöopathische Behandlung eines wirklich schweren Krankheitszustands durchgeführt. Vom Effekt bin ich selbst überrascht, möchte aber trotzdem, nicht zuletzt aus forensischen Gründen, eine Nachahmung nicht unbedingt empfehlen.

 


© :  Dr.Johann Müller, Tempelhofer Damm 179, 12099 Berlin                                                                                  

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zuletzt bearbeitet - last updated: 10.03.02